Alle Ausgaben / 2005 Material von der Vorbereitungsgruppe Ökumenischer Frauengottesdienst beim ÖKT

Erdbeer-Segen

Von der Vorbereitungsgruppe Ökumenischer Frauengottesdienst beim ÖKT


Ruhe und Frieden finden in Gott. Den Segen Gottes spüren und uns laben am Quell des Lebens. Das ist mein (unser) Wunsch am Ende dieses Gottesdienstes (dieses Treffens…).

Verteilen von Erdbeeren an alle Anwesenden

Im Mittelalter fanden die Menschen diese gesegnete Ruhe im Anschauen der Erdbeere. Es gab viele Bilder von Erdbeeren in Gebetbüchern und heiligen Schriften. Wer sie anschaute, vergewisserte sich der Gegenwart und des Segens Gottes. Brautpaare und Neugeborene wurden mit Erdbeerranken geschmückt und zum Zeichen des Segens bekamen sie Erdbeerfrüchte als Geschenk.

Lernt von den Blumen des Feldes.
Sie sprechen von Gott und sind ein Segen.
Lernt von der Erdbeere.
Sie spricht von Gott und ist ein Segen –
in allen Stadien von Wachsen, Reifen und Neuwerden,
das sich schon ankündigt in neuen Blüten,
wenn gerade die Frucht geerntet wird.

Du Gott des Lebens:
Segne unser Wachsen und Werden,
von der Blüte zur Frucht und köstlichen Speise.
Segne unser Hoffen und Warten auf das Neue.

Die Ausläufer auf den Blattachsen der Erdbeere
kündigen die nächste Generation an:
Leben in Fülle,
ein nie endender köstlicher Segen.

Du Gott der Zeiten:
Segne unsere Mütter und Großmütter,
unsere Väter und Großväter,
segne alle Frauen und Männer,
die uns vorausgegangen sind,
alle, deren Segenserbe wir teilen.
Segne unsere Töchter und Söhne,
unsere Enkelinnen und Enkel,
alle Frauen und Männer,
die deine Zukunft des Lebens gestalten.

Die dreiteiligen Blätter sind je verschieden –
geeint in einem Blatt,
ein Symbol für die Verschiedenheit Gottes in der Einheit.

Du Gott der Verschiedenheit in Einheit:
Segne unsere unterschiedlichen Vorstellungen,
Erfahrungen und Ausdrucksweisen,
wenn wir von dir denken, reden
und mit dir in Beziehung treten.
Lass uns eins sein unter deinem Segen
und leben in der einen Liebe,
mit der du uns deine Phantasie
und deinen Reichtum schenkst.

Die Erdbeere – eine niedrig wachsende Pflanze:
ein Sinnbild echter, guter Demut.
Ihre blutrote Frucht:
ein Symbol für die Liebe Gottes,
die stärker ist als alles Leid, Unrecht und jeder Tod.

Du Gott des Lebens:
Segne unsere Würde
in allen auf- und absteigenden Situationen unseres Lebens.
Durchströme uns mit deinem Segen,
lass uns wachsen, werden und reifen
in deiner Gegenwart
und Ruhe finden in dir.

Amen.

Einladung zum Essen der Erdbeere:
Die mittelalterliche Mystik sagt uns: Wer eine Erdbeere isst, ist eingeladen zum Mahl der Seligen und erhält einen Geschmack vom Himmel. Der Geschmack des Himmels ist: Freude, Ruhe und Frieden. So esst, verspürt den Segen und nehmt ihn mit in Euren Alltag.

Diesen „Erdbeer-Segen“ hat die Vorbereitungsgruppe für den Ökumenischen Frauengottesdienst beim Ökumenischen Kirchentag Berlin 2003 für die Teilnehmerinnen geschrieben. Er könnte auch am Ende eines Treffens stehen, bei dem die Frauen das Bild vom „Paradiesgärtlein“ betrachtet haben.

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